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Mattstock 1936 m - Route "Memory"
by Andi Müri und Toni Pfaff
Die Route ist aus dem Plaisir Ost ausgewählt worden. Ich habe sie aufgrund meiner wenigen Klettererfahrungen gewählt. Vorwiegend hat sich diese in der Halle angesammelt und meine Outdoorerfahrung bestand aus ein wenig Klettergartenerlebnissen, an denen ich noch einmal auf die Welt kam, da halt kein einziger Griff markiert war. Zudem hatte ich einen 4-tägigen YOYO-Basiskurs 2 hinter mir, der mir das erste Mehrseillängengefühl vermittelt hat. Deshalb habe ich eine Route im 4. Grad ausgewählt, die ich nun mit meiner erfahreren Partnerin Andi, positiv klettern wollte. Der Mattstock Sessellift schleppt uns über Wiesen dem Mattstock entgegegen, der das Gebiet überragt und auch für Wanderer begehbar ist.
Es gibt mehrere Routen an diesem Berg. Wir haben uns für die Routen (9 oder 10 gemäss Plaisir) entschieden. Sie sind direkt links vom Gipfelkreuz durch einen kleinen Talkessel erreichbar. Der Wandfuss ist ziemlich mühsam über eine steile Geröll- und Schneehalde zu erreichen. Durch den grossen Schneefall in diesem Winter ist der Einstieg vom Schnee noch zugedeckt. Ich schätze, dass von der 1. Seillänge etwa 10 Meter unter der Schneekappe versteckt liegen. Irgendwie haben wir es dann geschafft, einen der neuen Bohrhaken zu erreichen und haben halt von dort unsere 4 Seillängen Tour begonnen.
Der Fels hat mich fasziniert. Er ist sehr rauh und von oben bis unten von Wasserrillen durchzogen. Und bei einem Schwierigkeitsgrad im vierer Bereich, kann auch kein Ueberhang erwartet werden. Die Rillen sind so tief und auch viele so breit, dass der ganze Fuss drin Platz findet. Die schmalen drücken halt an den Hühneraugen, aber daran gewöhnt man sich. Zudem lässt die Rauheit der Platte auch ein normales Auftreten zu. Die Standplätze sind so gewählt,
dass immer problemlos nebeneinander gestanden werden kann. Wir haben uns Zeit genommen und jeweils unsere technischen Wunderwerke besprochen. Als Griffe boten die Wasserrillen viele Möglichkeiten. Zum Teil waren sie so scharf, dass mein Sackmesser hätte neidisch werden können. Die Absicherung ist super. Neue Bohrhaken und das wohl alle 4 bis 5 Meter und die Stände erlaubten jeweils ein Kräftedreieck wie aus dem Bilderbuch. Das Abseilen war auch eine problemlose Sache, denn die Route ist übersichtlich und die Abseilstellen sind nicht zu verfehlen.
Für mich war das ein wirklich tolles Outdoorgefühl, das ich wiederholen möchte.
Ich kann diesen Berg allen empfehlen, die feine erste Klettererfahrungen an mehreren Seillängen erfahren möchten.
Donnerstag, 24. Juni 1999
Andi Müri und Toni Pfaff
tonipfaff@swissworld.com |